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Die Zahlenhaie und die Vorbereitung zur Eishockey WM 2010
Vor Beginn dieser Saison haben wir uns Gedanken gemacht, wann wir die ersten Informationen für die anstehende WM im eigenen Land erhalten. Sind wir überhaupt dabei ? Nach dem wir die komplette WM 2001 in Köln mit Kollegen aus Düsseldorf, Essen und Iserlohn statistisch begleiten durften, war es naheliegend, das wir auch diesmal wieder dabei sind.
Und genau dies ist inzwischen eingetreten. Selbstverständlich freuen wir uns darüber. Aber was sich schon in den letzten Wochen rund um diese Berufung abgespielt hat, war schon ein recht positiver Streß.
Mit nun schon fortgeschrittenem Alter hat dann Peter Neuhaus die gesamte Vorbereitung, zumindest die Koordinierung für die Suche nach geeigneten Kollegen, Interessenten an seine Tochter Simone ( u.a. auch Webmaster beim Zahlenhai ) abgegeben. Hauptverantwortlich für die gesamte Durchführung der Komponenten Zeitnahme, Statistik zeichnet der Mannheimer und IIHF – Mitarbeiter Andreas Richter. Während der WM wird Andreas hauptsächlich für die Belange in der WM-Stadt Mannheim zuständig sein. Für den Bereich Köln wurde mit Dieter Timmer ein Kollege aus Düsseldorf bestimmt, der auch schon bei der WM 2001 in Köln die Federführung inne hatte. Das auch diesmal wieder eine Kombinationen aus Düsseldorfer und Kölner Kollegen die WM absolvieren, zeigt nach anfänglichen Irritationen eigentlich ein gutes Verhältnis dieser beiden Teams auf. Nach mehrfachen Telefonaten und Informationen durch Mails zwischen Dieter Timmer und Simone Neuhaus, kam es dann zu einem vom DEB - anlässlich des Deutschland Cup vom 5. – bis 8.11.2009 in der Münchener Olympiahalle –organisierten gemeinsamen Treffen. Bei dieser ersten Testphase, die unter der Aufsicht der IIHF mit einigen hochrangigen Mitarbeitern des Weltverbandes stattfand, wurden die Wünsche und Anforderungen in Bezug auf die Durchführung des Turniers in Deutschland dargelegt. Schnell wurde den beteiligen Kollegen klar, das nach dem WM Turnier von 2001 mittlerweile acht Jahren vergangen sind und die technischen Möglichkeiten in Bezug auf die Erfassung statistischer Daten einige Veränderung hervorgebracht hat.
Der Kölner Zeitnehmer Werner Pötzsch, Simone Neuhaus und Markus Szczepanski auf Seiten der Statistiker waren auf Kölner Seite sowie Kolleginnen und Kollegen aus Mannheim und Düsseldorf in der bayerischen Metropole zu Gast. Wer nun geglaubt hatte, dies wäre zu einem erholsamen kennenlern Wochenende mit geselligem Beisammensein verkommen,
der sah sich aber sehr getäuscht. Harte, konzentrierte Arbeit – bei der schon recht heftig Geflucht wurde – stand auf dem Programm. Die dabei anwesenden IIHF-Deligierten ( Sport-Direktor und oberster Boss Dave Fitzpatrick (USA), Sport Administration Andy Ecker ( Schweiz ), Coordinator Aku Nieminen ( aus Finnland hinterlies einen harten Eindruck, galt aber
auch als sehr fair ), Coordinator Resarch & Audit Adam Sollitt ( Polen ) und die beiden IT – Spezialisten Martin Zöllner
( Schweiz ) und Marcis Grasis ( Lettland ). Ein wahrhaft stattliches Aufgebot. Diese sorgten dafür, das die Anforderungen auch eingehalten wurden. Leute, die auf pünktliche Mahlzeiten wert legen, waren hierbei nicht so sehr gefragt. Nun sollte
nicht unerwähnt bleiben, das nach den jeweiligen Spieltagen in den späten Abend bis Nachtstunden auch etwas für das gemütliche Beisammensein getan wurde. Fachsimpelei war dann angesagt. Sprachbarrieren gab es bis auf wenige Ausnahmen. Was sich während des Spielbetriebes schon angedeutet hatte, fand hierbei auch eine Fortsetzung.
Englisch ist die Amtssprache im Eishockey. Aber es war auch ein Schweizer Kollege dabei und mit diesem recht ruhigen sympathischen Mitarbeiter war das Diskutieren dann nicht mehr so problematisch. Mit Skepsis gingen die eingeteilten Statistiker an eine Arbeit, die wir in dieser Form noch nicht kennengelernt hatten. Der Zaubersatz hieß „Time on Ice“. Diese Wertung beinhaltet die Zeiteinsätze der Spieler auf dem Eis. Man hat zwar in den letzten Jahren mitbekommen, das diese spezielle Statistik bei den großen Turnieren zum Einsatz kommt, aber nun mussten wir DEL-Statistiker zum ersten mal diese Wertung selbst erfassen. Nach anfänglicher ( schon beabsichtigter – lag im Konzept der IIHF ) Kritik wurde es von Tag zu Tag besser. Es wurde eine Toleranzgrenze von insgesamt 5 Minuten Insgesamt noch wohlwollend kommentiert. Plus- Minus – Null wäre ein absoluter Traum.
Interessant waren auch die Darlegen zum Thema: „Was ist ein Torschuß“? Diese Frage führte Anfangs bei vielen zu einem Lächeln. Wie konnte man nur diese Frage stellen ?. So etwas Einfaches! Aber dies legt sich schon bald wieder. Da gibt es im Gegensatz zu unserer jahrelangen Arbeit doch noch Korrekturbedarf. Das ein Schuß an Pfosten und Latte als vorbei gewertet wird, ist hierbei noch am wenigsten beeindruckend. War uns aber schon seit Beginn unserer DEL-Arbeit ( 1998 / 99 ) bekannt.
Auch die sogenannte Wertung eines Bullygewinns wurde noch einmal klargestellt. Obwohl es hierbei bei Begründungen im Diskussionsverlauf schon recht turbulent zuging. Diese Diskussionen wurden dann am praktischen Beispiel am Wochenende zwischen dem 5 und 6.Dezember 2009 im Trainingszentrum der Kölner Haie fortgesetzt.
Die zweite große Testphase fand bei den DNL-Spielen der Kölner Haie gegen Heilbronn ( Mannheim ) statt. Geprobt wurde unter der Vorgabe Heim spiel Finnland gegen Dänemark. Das am Schluß Dänemark gegen Finnland zweimal gewinnen konnte, drang aber nicht an die Öffentlichkeit.
Insgesamt 30 Teilnehmer für die WM 2010 unter der Leitung von Andreas Richter u. Marcis Grasis nahmen an diesem Zweitagelehrgang teil. Die Kollegen aus Düsseldorf waren nur Samstags verstärkt im Einsatz. Am darauf folgen Sonntag konnten sie nicht teilnehmen. Die DEG hatte um 14.30 ein Heimspiel gegen Hamburg.
Erstaunt waren neben den beiden DNL-Teams auch die zahlreich erschienen Zuschauer als diese die langen Tische mit 30 Leuten besetzt erblickten. Ein Flair von „ganz Großem“ stand plötzlich über dem Kölner Trainingszentrum. Alles was in München schon geprobt wurde, sollte nun mit den neu dazugekommen Kollegen vertieft werden. Und dies klappte. Ein Ehrgeiz war an allen Tischen zu spüren. Eine flammende Rede von Andreas vor Lehrgangsbeginn an alle Beteiligten hatte auch Wirkung gezeigt. Man war Stolz, das man einfach dazu gehört.
Dazu gehören auch Dominik Tiffels und dessen Mannschaftskollegen Robin Steenssens,Oliver Mebus drei aktuelle Spieler der Kölner DNL-Truppe.
Einen ersten Test als Statistiker zeigte beim Spiele der DEL zwischen Köln u. Nürnberg, das Simone bei der Verpflichtung ein „gutes Händchen“ bewiesen hat. Dominik war so von seiner Aufgabe angetan, das er kaum ansprechbar war.
Diskussionen über ein Kölner Tor in der Arena ( es ging um den Torschützen ) kommentierte er ganz einfach. „ Es war ganz klar Jaspers“. Natürlich hatte er recht. Es ist sehr gut, das wir diesmal auch aktive Spieler dabei haben. Diese können sich einfach mehr in gewisse Spielsituationen hineinversetzen.
So endete bislang die Vorbereitung unserer Teilnehmer aus Sicht von Zeitnahme u. Statistik. Ein nächster Test im Februar 2010 und ein Länderspiel kurz vor WM-Beginn soll dann als Generalprobe den Abschluß bilden. Aber die letzten Wochen haben uns gezeigt. Viel ruhiger wird es wohl nicht werden.
Bis demnächst mehr von der WM – Vorbereitung der Zahlenhaie.
Gruß Simone, Markus und Peter.
Peter Neuhaus ( Stand 03.01.2010 )